Magendrehung beim Hund – Erkennen und Handeln

Magendrehung beim Hund – Erkennen und Handeln

Was sind möglichen Ursachen für eine Magendrehung? Welche vorbeugenden Maßnahmen kann man ergreifen? Wie erkennt man sie und was ist zu tun?

Bei der von HundehalterInnen gefürchteten Magendrehung dreht sich der an beweglichen Bändern hängende Magen um die eigene Achse, wodurch der Mageneingang und -ausgang verschlossen werden. Die bereits aufgenommene Nahrung kann nicht weiter in den Darm wandern, und nicht erbrochen werden. Der Magen bläht sich immer weiter auf, bis es innerhalb weniger Stunden zum tödlichen Herz-Kreislauf Versagen kommt.

Die Überlebenschancen eines Hundes hängen von der sofortigen Erkennung und rechtzeitigen Behandlung ab. Bei schneller und korrekter Behandlung einer unkomplizierten Magendrehung liegt die Sterblichkeitsrate bei unter 3 %. (Venzin 2013)

Bei Verdacht einer Magendrehung ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen!

Symptome einer Magendrehung

Ein typisches Symptom der Magendrehung ist ein aufgeblähter Bauch oftmals in Kombination mit dem erfolglosen Versuch das Futter wieder zu erbrechen und/oder starkem Speichelfluss.

Das allgemeine Verhalten des Hundes wirkt sehr unruhig bis panisch. Manche Hunde versuchen auch die Gebetsstellung einzunehmen – vermutlich, um den Magen zu entlasten.

Mögliche Einflüsse auf eine Magendrehung

Bei großen Hunden und Riesenrassen besteht ein höheres Risiko einer Magenumdrehung im Vergleich zu anderen Hunden. (Koch D., 2015)

Begünstigt wird eine Magendrehung scheinbar bei Hunden mit einem hohen und schmalen Brustkorb. (Glickman et al., 1997)

Mit zunehmendem Alter erhöht sich vermutlich das Risiko für eine Magendrehung. Im Durchschnitt ab dem 7. Lebensjahr.

In den Abendstunden scheint die Wahrscheinlichkeit einer Magendrehung höher zu sein, als zu anderen Tageszeiten. (Hellweg und Zentek 2005)

Akute Stresssituationen wie beispielsweise ein Tierarztbesuch, der Aufenthalt in einem Tierheim oder Autofahrten scheinen ebenfalls eine Magendrehung zu begünstigen. (Glickman et al., 1997)

Vorbeugende Maßnahmen

  • Feuchtes Futter kann insbesondere während der wärmeren Jahreszeit zu gären beginnen. Futterreste nicht stehen lassen und angefangene Dosen im Kühlschrank aufbewahren.
  • Die Futter-Tagesration auf zwei bis drei Mahlzeiten am Tag verteilen, statt einer großen Ration.
  • Vermeidung aufregender Aktivitäten kurz vor und nach der Fütterung.
  • Insbesondere bei ängstlichen und hyperaktiven Hunden sollte darauf geachtet werden, dass der Hund ausreichend Erholungsphasen hat und das Stressniveau auf ein gesundes Maß reduziert wird.

    Allgemein scheint Stress eine Magendrehung zu begünstigen. (Glickman et al., 1997)

Quellnachweise
Glickmann L. et al 1997, Multiple Risk Factors for the Gastric Dilatation-Volvulus Syndrome in Dogs: A Practitioner/Owner Case-Control Study
Hellweg P. und Zentek J., 2005, Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Magendrehung des Hundes
Koch D., 2015, Magendrehung beim Hund – eine Übersicht
Venzin C., 2013, Magenumdrehung beim Hund

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